`°Ich erblickte das Licht der Welt in Mascarell, einem kleinen Dorf umgeben von einem Wald und vielen Feldern. Was ich damals jedoch noch nicht wusste – ich hatte einen Zwillingsbruder – den meine Eltern in eine andere Familie gaben. Sie taten es sicherlich nicht gerne, doch sie hatten einfach nicht genug Geld, um uns beide groß zu ziehen. Und da sie uns schon sehr früh trennten, vermisste ich ihn auch nicht. Von Zwillingen wird zwar gesagt, sie hätten eine besondere Verbindung zueinander, doch wir waren wahrscheinlich einfach noch zu jung, um uns an diese zu klammern. So wuchs ich ohne ihn auf und wurde dennoch ein glückliches Kind. Ich hatte im Dorf einige Freunde und spielte den lieben langen Tag mit ihnen, bis ein neues Gesicht in unsere Runde trat. Von da an verbrachte ich viel Zeit mit ihm und wir wurden die besten Freunde. Ich hatte sehr viel Spaß mit ihm, denn wir alberten von früh bis spät herum und stellten ziemlich viel Blödsinn zusammen an. Sein Name war Vittorio und je mehr Zeit ich mit ihm verbrachte, desto mehr schloss ich ihn in mein Herz. Heute würde ich ihn nicht mehr als einen Freund bezeichnen, sondern als einen Bruder – auch wenn wir nicht verwandt waren. Doch nach vielen glücklichen Kinderjahren, in denen Vittorio und ich nur wenige verbracht hatten, schlug das Schicksal grausam zu. Spät in der Nacht erhellte ein Feuer das halbe Dorf, als ein Haus in Flammen stand. Ich hatte schon einige Stunden geschlafen, wurde aber durch lautes Geschrei geweckt. Neugierig wie Kinder nun einmal sind, zog ich mir schnell etwas über und rannte aus dem Haus, um dem Geschrei auf den Grund zu gehen.

`°Kaum das ich die Tür hinter mich gelassen hatte, schlug ein riesiger Feuerball im Nachbarhaus ein. Woher diese kamen war für mich nicht ganz ersichtlich, doch schon im nächsten Moment sollte ich auf des Rätsels Lösung kommen. Abermals raste ein Feuerball auf unser Dorf zu und ich bemerkte das sie vom Himmel kamen. Bis zu diesem Zeitpunkt war ich fest davon überzeugt, das von dort eigentlich nur Wasser kommen würde und kein Feuer, aber irren ist eben menschlich. Wegen der Dunkelheit der Nacht konnte ich allerdings nichts weiter am Himmel erkennen, außer dem Niederregnen der Feuerbälle. Doch dann erschütterte ein ohrenbetäubendes Gebrüll das Dorf und jetzt sah ich ihn – einen Drachen! Er war für das Feuer verantwortlich und würde wohl auch erst aufhören, nachdem das ganze Dorf in Flammen stand. Ich rannte schnell ins Haus zurück, um meine Eltern zu wecken, die von dem ganzen Spektakel wohl noch nichts mitbekommen hatten. Danach machte ich mich daran, meine wichtigsten Spielsachen und Kleidungsstücke zusammenzusammeln – es war nur noch eine Frage der Zeit, bis einer der Feuerbälle auch unser Haus treffen könnte und auf mein knappes Spielzeug wollte ich sicherlich nicht verzichten. Meine Eltern hatten wohl denselben Gedanken, denn auch sie suchten das Wichtigste zusammen, ehe wir das Haus verließen und wie sich herausstellte auch keine Minute zu früh. Denn kaum das wir uns in Sicherheit gebracht hatten, stand auch unser Haus in Flammen und somit alles, was sich meine Eltern in all den Jahren aufgebaut hatten. Ohne groß weiter darüber nachzudenken, liefen wir in den nahegelegenen Wald – jedenfalls war das der Plan – aber ich drehte auf dem halben Weg und lief zurück. Seine Eltern bemerkten dies nicht sofort und als es ihnen doch auffiel, war es bereit zu spät – ich war außer Hörweite. Warum ich zurückgelaufen bin lässt sich ganz leicht erklären. Ich wollte nicht ohne meinen besten Freund verschwinden und steuerte deshalb auch

`°genau das Haus an, indem er und seine Pflegeeltern wohnten. Das Haus war noch eines der Wenigen, das nicht brannte und so konnte ich noch hoffen, das ihnen nichts passiert war. Sicherlich hatten auch sie schon bemerkt, dass unser Dorf angegriffen wurde, aber ich wollte auf Nummer Sicher gehen und stürmte ins Innere. Doch dort war niemand mehr und so lief ich zurück nach draußen, um dort weiter nach ihm zu suchen. Weit kam ich allerdings nicht, als sich ein Schatten über mich legte und mit einem Blick nach oben erkannte ich den Drachen, der mich zu verfolgen schien. Ich rannte so schnell davon wie ich konnte und in diesem Moment kam mir ein Geistesblitz. Solange der Drache mich verfolgt, war das Dorf vor ihm sicher und die anderen Bewohner konnten sich in Sicherheit bringen. Also rannte ich weiter, gefolgt von dem mächtigen Drachen und einigen Feuerbällen, die er mir nachschleuderte. Diese verfehlten glücklicherweise alle ihr Ziel und ich schaffte es tatsächlich ihn weit genug vom Dorf wegzulocken, ehe mich meine Kräfte verließen und ich stehen bleiben musste. Erschöpft sank ich auf die Knie, schwer nach Luft ringend und der Schweiß tropfte mir von der Stirn. Ich wusste, ich würde hier und jetzt mein Leben lassen, wenn ich nicht wieder auf die Beine kam und weiterlief, aber so gut ich auch im Fangen spielen war – es fehlte mir einfach die nötige Ausdauer, um weiterlaufen zu können. Langsam schloss ich die Augen und verabschiedete mich im Stillen von meiner Familie und meinem besten Freund, bevor alles um mich verstummte und ich das Bewusstsein verlor.

`°Ich war nicht tot? Das waren die ersten Gedanken, die mir durch den Kopf schossen, als ich langsam wieder zu mir kam. Ich blinzelte einige Male und versuchte mir ein Bild von meiner Umgebung zu machen. Ich war nicht mehr auf dem Feld, soviel war mal klar gewesen, aber wo um Himmelswillen war ich dann? `“Du bist bei mir und hier wirst du auch bleiben.“ `°Ich erschrak und drehte mich sofort in die Richtung aus der die Stimme kam. Wenn ich damals die Wahl gehabt hätte, wäre ich lieber gestorben und für meine Heldentat in den Himmel gekommen. Ich blickte in die eiskalten Augen eines Mannes, der mir einen Schauer über den Rücken jagte. `7“Wer seid Ihr und wo sind meine Eltern… mein Freund… die Dorfbewohner…?“ `°Meine Stimme zitterte und ich wich unwillkürlich etwas von ihm zurück. Mir kam es so vor, als würde um mich herum die Luft gefrieren und schon wenige Augenblicke später zitterte ich am ganzen Leib. Dieser Mann war mir eindeutig nicht ganz geheuer und ich sollte mit meiner Vorsicht ihm gegenüber auch Recht behalten. `“Sie sind alle tot und du wirst sie nie wiedersehen.“ `°Mit diesen Worten wandte er sich finster lachend von mir ab und ließ mich alleine. Ich kauerte mich zusammen und ließ meinen Tränen freien Lauf. All jene, sollten am Ende noch gestorben sein? Hatte ich den Drachen etwa nur kurz ablenken können und er war danach zurückgeflogen? Auf all diese Fragen sollte ich schon bald eine Antwort erhalten, als ich diesem Mann erneut gegenüberstand. Er berichtete mir von jener Nacht und das er es war, der das Dorf in Schutt und Asche legte – er war der Reiter des Drachen gewesen, den ich in der Dunkelheit nicht hatte erkennen können. Die nächsten Jahre meines Lebens verbrachte ich bei ihm, wurde älter und reifer, bis zu jenem Tag. Ich lebte nicht gerne bei ihm und machte mir so meine eigenen Gedanken, wie ich flüchten konnte und das obwohl ich nicht einmal wusste, wohin ich gehen sollte. Mein Dorf war zerstört, meine Familie tot und sonst hatte ich niemanden. Er musste es bemerkt haben, denn an jenem Tag sprach er mich darauf an und machte mir deutlich klar, das es kein Entrinnen gab – ich war ihm für immer ausgeliefert und dafür sorgte er auch. Ich hatte nie mitbekommen, was er wirklich war, doch gerade an diesem Tag sollte ich sein wahres Wesen erkennen. Unvorbereitet wie ich war, fiel er mich plötzlich an und jeder Versuch mich gegen ihn zu wehren war Zwecklos. Erneut wurde um mich herum alles still und ich verlor, wie damals, das Bewusstsein.

`°Erst nach Stunden kam ich wieder zu mir – jedenfalls kam es mir wie Stunden vor. Langsam öffnete ich die Augen, doch die Welt um mich herum hatte sich verändert. Sie war auf einmal viel klarer geworden und dann spürte ich zum ersten Mal diesen Durst. Es war fast so, als hätte ich tagelang nichts getrunken und wäre nun dem verdursten nahe. Was war nun schon wieder mit mir geschehen und warum fühlte ich mich so merkwürdig? Ich schlug die Bettdecke zurück, richtete mich langsam auf und erhob mich schließlich aus dem Bett. Ein Bett? Ich hatte mich doch gar nicht schlafen gelegt und dennoch hatte ich dort gelegen. Das war alles sehr merkwürdig und ich beschloss, mal wieder durch meine Neugier getrieben, der Sache auf den Grund zu gehen. Doch weit kam ich diesmal nicht. Ich hatte gerade die Zimmertür erreicht und geöffnet, da stand er schon wieder vor mir und lächelte mich finster an. `“Ist das kleine Dornrösschen endlich erwacht?“ `°Doch bevor ich ihm überhaupt antworten konnte, stieß er mich zurück ins Zimmer und ich fiel etwas unsanft auf den Boden. Ich wollte mich gerade wieder aufrichten, als er mir jemanden hinterher schubste. Danach schloss er die Tür, verriegelte diese zusätzlich und entfernte sich. Ich konnte, aus mir unerfindlichen Gründen, seine Schritte hören, die sich immer mehr entfernten. Doch das war in diesem Moment nicht so wichtig gewesen, weshalb ich mich meine Aufmerksamkeit nun zu dem Etwas lenkte, das er mit mir eingesperrt hatte. Es handelte sich um ein kleines Mädchen, das mich mit weit aufgerissenen Augen anstarrte, ehe sie sich doch aufrappelte und in eine Ecke des Zimmers verschwand. `À“Komm mir ja nicht zu nahe!“ `°So ängstlich sie im ersten Moment auch gewirkt haben mag, so war ihre Stimme alles andere als Angsterfüllt. Sie hatte sich viel mehr sehr beherrschend angehört und gefasst, weshalb ich im ersten Augenblick auch etwas stutzig war. Dennoch folgte ich ihrer Anweisung und machte es mir an Ort und Stelle gemütlich, indem ich mich im Schneidersitz hinsetzte und sie einfach nur ansah. `7“Ich habe nicht vor dir etwas zu tun, also brauchst du auch keine Angst vor mir zu haben.“ `°Ich versuchte sie durch ein Lächeln zu beruhigen, doch das ließ sie völlig kalt. `À“Der Onkel hat mir aber was ganz anderes erzählt! Also bleib ja weg von mir!“ `°Nun war ich wirklich überrascht über ihre Aussage und das muss mir bildlich ins Gesicht geschrieben gewesen sein. Wieso sollte ausgerechnet ich ihr etwas antun, er war doch derjenige der unzählige Leben auf dem Gewissen hatte? Aber davon konnte ich sie wohl nicht überzeugen – jedenfalls stellte ich das im weiteren Gesprächsverlauf fest und wir waren uns danach zumindest einig, dass jeder auf seinem Platz sitzen bleiben würde.

`°Wir saßen etwa einige Stunden so herum, wobei ich sie die ganze Zeit angestarrt hatte. Nein, nicht wirklich sie, sondern vielmehr ihren Hals und ich hatte keine Ahnung wieso. Während ich sie so anstarrte, bemerkte ich nach einiger Zeit das Pulsieren ihrer Halsschlagader und irgendwie faszinierte es mich. Ob sie gewusst hatte, wohin ich die ganze Zeit gestarrt hatte, weis ich nicht, aber es spielte auch keine Rolle. Sie saß ganz still da und hatte sich nicht ein einziges Mal gerührt. Doch dann schien sie es sitzend nicht mehr auszuhalten, denn sie erhob sich und versuchte noch etwas mehr Abstand zwischen mich und sich zu bringen. Was hatte ich denn getan – nichts natürlich – ich saß ebenso still wie sie herum und tat gar nichts, trotzdem schien das nicht auszureichen. Allerdings merkte ich nun auch, dass es auf dem Boden einfach unbequem war und so erhob ich mich ebenfalls. Anders als sie jedoch, verringerte ich den Abstand zwischen uns um einige Zentimeter, sodass sie es nicht bemerkte. Ich stand eine ganze Weile so rum und streckte mich etwas, wobei ich mich immer wieder etwas vor bewegte und mich Minute für Minute mehr von ihr angezogen fühlte. Und wieder fixierte ich ihren Hals mit meinem Blick und der Durst, den ich bei meinem Erwachen gespürt habe, wurde nun immer stärker. Es war kaum noch auszuhalten und schon im nächsten Moment waren meine Sinne wie betäubt und ein tiefes Verlangen in mir übernahm die Oberhand. Ehe ich überhaupt wusste, was mit mir geschah und wieso, hatte ich mich schon auf das Mädchen gestürzt und meine Zähne in ihren Hals gesenkt, als hätte ich es schon Hundert mal bei Anderen getan. Von diesem Moment an war mir bewusst, was er mit mir getan hatte und nichts würde mehr sein wie früher. Das Mädchen überlebte dieses folgenschwere Ereignis leider nicht und auch in mir starb ein kleiner Teil, als ich ihren leblosen Körper in den Armen hielt. Ich war nun ein Tier, das zum Überleben das Blut Anderer trinken musste. So blieb ich bei ihm und folgte seinen Anweisungen, in der Hoffnung ich könnte irgendwann mein eigenes Leben leben.

 

 

 

 

`°Nach etlichen Jahren des Lernens und der Sklaverei unter seiner Herrschaft, bekam ich endlich wieder etwas Anderes zu sehen, als nur seine Behausung und seine Bücher über Magie. Er war schon eine Weile ohne mich fortgegangen und nun war er zurückgekommen um mich zu holen. Ich hatte mich in all den Jahren ziemlich verändert und ich hätte mich wohl selbst nicht wiedererkannt, wäre ich nicht dabei gewesen. Aus dem kleinen verspielten Jungen war nun ein ruhiger und zurückhaltender Mann geworden, der schweigsam seinem Meister folgte und hier und da mal einen Blick zur Seite warf, um die neue Umgebung zu studieren. Ich hatte es endlich gelernt meine Neugierde zu zügeln und lieber auf das Wesentliche aufzupassen – meinen Meister und dessen Weg vor sich, der nun auch meiner war und ich ihn deshalb unter keinen Umständen aus den Augen verlieren durfte. Wir betraten ein Dorf namens Degolburg, indem die verschiedensten Geschöpfe lebten und ihr Dasein fristeten. Und genau hier sollte ich einige Tage später einen folgenschweren Fehler begehen. Während mein Meister mich seiner Geliebten vorstellte und mir die nötigen Anweisungen gab, beobachtete ich das Geschehen auf dem Dorfplatz etwas

`° und war schließlich um so froher, als ich endlich alleine das Dorf erkunden durfte. Denn der Trubel um meine Person wurde mir langsam doch etwas zu fiel und so verließ ich den Platz und überließ meinen Füßen die Oberhand. Meine Schritte führten mich schließlich in einen großen Garten, in dem es herrlich duftete und unzählige Blumenbeete zu finden waren. Ich ließ mich unter einem nahestehenden Baum nieder, schloss die Augen und ließ die Stille an mir vorbeiziehen. Es war das erste Mal seit Jahren, dass ich wieder den frischen Wind um mich spürte und den Duft von Blumen genießen konnte. Als ich meine Augen langsam wieder öffnete, denn ich hatte das Gefühl das ich beobachtet wurde, sah ich sie das erste Mal. Sie hatte sich auf einer Bank ganz in meiner Nähe niedergelassen und schien mich regelrecht anzustarren. Zögerlich nickte ich ihr zu, denn immerhin war ich hier fremd und es hätte ja sein können, das ich mich hier gar nicht aufhalten durfte, doch dem war zum Glück nicht so. Wir unterhielten uns eine ganze Weile, nachdem sie sich zu mir gesellt hatte und beinahe hätte ich die aufgehende Sonne vergessen. So verabschiedete ich mich von ihr, versprach ihr dass wir uns wiedersehen würden und machte mich auf zur Behausung meines Meisters.

`°Schon in der nächsten Nacht sollte ich das Vergnügen haben eine neue Bekanntschaft zu machen oder vielleicht auch eine alte mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Ich war gerade wieder dabei das Dorf zu erkunden, als ich eine mir bekannte Person sah – doch das konnte gar nicht möglich sein. Ich blinzelte einige Male, rieb mir über die Augen, doch nichts davon half – noch immer stand er einige Meter vor mir und hatte wohl den gleichen Gesichtsausdruck wie ich aufgelegt, als er mich zu erkennen schien. Er kam zu mir rüber gelaufen, schloss mich in seine Arme und drückte mich fest an sich. `ê“Du lebst!“ `°Das Gleiche hätte ich von ihm auch behaupten können, aber ich bekam zu diesem Zeitpunkt keinen Ton aus mir heraus. Vielmehr dachte ich, ich würde dank der vielen Eindrücke nun völlig überschnappen und den Verstand verlieren, schließlich hatte ich das ehemalige Heim meines Meisters Jahrelang nicht verlassen. Nach einigen Minuten fing ich mich allerdings und wir unterhielten uns über dieses und jenes, aber vor allem über die vergangenen Jahre und wie es dem jeweils Anderen ergangen war. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass er dem damaligen Angriff auf unser Dorf doch überlebt hatte und auch der Rest der Dorfbewohner hatte es laut seiner Erzählung. Mein Plan war also doch aufgegangen und mein Meister hatte mich in dieser Sache einfach nur belogen und gewusst, dass ich bei ihm bleiben würde. Den nächsten Morgen verbrachte ich bei meinem besten Freund und auch die darauffolgenden Tage verbrachten wir viel Zeit,

`°bis zu jener schicksalshaften Nacht. Ich saß mit ihm am Strand und wir unterhielten uns wie üblich über die alten Zeiten und wie viel Spaß wir doch gehabt hatten. Dabei bemerkten wir allerdings nicht, das wir beobachtet wurden und in dem Moment, wo Vittorio und ich uns umarmten, kam sie aus ihrem Versteck und machte einen riesen Aufstand – meine Bekanntschaft noch vom ersten Tage in diesem Dorf. Sie hatte sich wohl mehr zwischen uns erhofft und war nun der Meinung, ich würde Fremdgehen. Hallo? Ich hatte doch nur ein kurzes Vergnügen mit ihr und dennoch machte sie mich hier runter. So versuchte ich zu retten, was noch immer zu retten war und versuchte ihr das Ganze zu erklären, aber sie wollte mir gar nicht zuhören. Da verlor ich zum ersten Mal völlig den Verstand, denn immerhin stand hier nicht nur mein Ruf auf dem Spiel, sondern auch der meines Meisters. Und obwohl dieser mich jahrelang schlecht behandelt und belogen hatte, hielt ich noch immer zu ihm. Meine Augen verfärbten sich in ein kühles blau und bekamen einen irren Ausdruck. Was ich zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht gewusst hatte, war die Tatsache dass sie einer Gruppe von Vampirjägern angehörte und von nun an sollte alles noch schlimmer kommen. In diesem Moment war mir allerdings alles egal und ich ließ mich von Vittorios Gedankengängen erneut anstecken. Und wie schon zu Kindeszeiten an, stellten wir wieder jede Menge Blödsinn an und sorgten im Dorf für Chaos und Panik.

 

TEXT

`°Und das gelang uns auch sehr gut, allerdings gab es auch einige Bewohner, die sich uns in den Weg stellten – dazu gehörte auch jene Person, die ich am ersten Tage hier kennengelernt hatte. Nach einigen Auseinandersetzungen kehrte wieder Ruhe ein und wir hielten uns etwas mehr zurück – schließlich wollten wir am Leben bleiben. Während dieser Zeit lernte ich auch jemand Neuen kennen, der mein Leben wieder etwas auffrischen sollte und mich auf andere Gedanken brachte. Sie hieß Gwen und gehörte wie ich zu den dunklen Geschöpfen der Nacht. Und obwohl mich Vittorio oft genug vor ihr gewarnt hatte, ließ ich mich mit ihr ein und wir verliebten uns ineinander. Es ging auch sehr lange gut, bis wir sogar beschlossen das Dorf zu verlassen, nachdem dieses immer mehr dem Untergang geweiht war. Schon viele hatten Degolburg vor uns verlassen und auch meinen Meister hielt hier nichts mehr. Dieser ging allerdings ohne mich, da er mir inzwischen mein eigenes Leben gönnte und mich jeder Zeit auch hätte zu sich rufen können. So verließen auch wir das Dorf und ließen uns in Lysee nieder, wo wir eine Familie gründeten. Mir ist bis heute nicht klar, wie sie schwanger werden konnte und die Zwillinge Arian und Silvan auf die Welt brachte. Aber damals war mir das völlig egal gewesen und ich liebte die beiden sehr. Vor allem mit Arian verbrachte ich viel Zeit, während Silvan bei meiner Geliebten oder seinem Onkel Vittorio war. Und dennoch trübte sich nach einigen Jahren unser Verhältnis und die Familie war drauf und dran in die Brüche zu gehen. Doch an mehr kann ich mich nicht erinnern – es scheint wie ausgelöscht und vielleicht sollte ich darüber dankbar sein. Das Einzige, was mir durch meinen kleinen Begleiter berichtet wurde, war mein eigener Tod nachdem ich mein Leben nicht mehr ausgehalten hatte. Warum wollte er mir allerdings nicht erzählen, denn er war der Ansicht das es so besser für mich wäre. `n `n (Text wird irgendwann ausgebaut, falls sich Malte wieder an die Geschehnisse erinnert)

 

`°Und obwohl ich tot war, kehrte ich zu den Untoten zurück – dank meines Meisters wie sich später herausstellte. Doch welche Konsequenzen das für mich haben würde, sollte ich erst später herausfinden. Wahrscheinlich würden sie mir eines Tages noch das Genick brechen, aber wie heißt es so schön? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und so bin ich voller Hoffnung, eben keine Fehler mehr zu begehen und am Leben zu bleiben – mein Meister würde mich gewiss nicht mehr aus den Augen lassen. Nach gut 20 Jahren bemerkte er allerdings, dass ich nicht besonders glücklich darüber war, wieder bei ihm eingeschlossen leben zu müssen und aus Gründen, die mir heute noch unerklärlich sind, gab er mich erneut frei. Er gab mir den Aufenthaltsort von Vittorio und ließ mich gehen – irgendeinen Haken würde ich später sich noch feststellen. Doch in dem Moment machte ich mir darüber wenig Gedanken und brach nach Saint Omar auf – dort sollte mein neues Leben wohl stattfinden. Als ich die Stadt erreichte und einige Stunden mit dem Suchen verbracht hatte, fand ich schließlich die Unterkunft meines Freundes – noch rechtzeitig vor dem Sonnenaufgang, der nicht mehr lange hätte auf sich warten lassen. Leider war Vittorio zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause und Dank der bald aufgehenden Sonne blieb mir nichts anderes übrig als dort zu warten. Es müssen wohl Stunden gewesen sein und ich kurzzeitig eingenickt, als sich durch eine mir bekannte Anwesenheit geweckt wurde – Vittorio! Natürlich glaubte er im ersten Moment nicht daran, dass ich wirklich vor ihm stand, doch schließlich konnte ich ihn davon überzeugen und ohne große Umschweife zog ich schließlich bei ihm ein. Seit jenem Morgen wohne ich nun also bei ihm und versuch mir in Saint Omar ein neues Leben aufzubauen – natürlich mit der Unterstützung meines besten Freundes und Schuldig. Ich bin schon gespannt darauf, was mich hier alles erwarten wird.

 

`°Dheath ist wohl der Haken an der Wiedererweckung meines Meisters – ein verflucht großer und gefährlicher Haken. Wahrscheinlich ist er der beste Trumpf, den der Sohn des Todes zu bieten hat und ich hätte mir vorher wohl doch mehr Gedanken machen sollen. Dieses Raubtier stellt eine Gefahr für alle in meiner Nähe dar und das weis ich obwohl ich ihm noch niemals begegnet bin. Eigentlich weis ich so gut wie nichts über dieses Biest und ehrlich gesagt will ich es auch gar nicht. Es reicht schon, dass mir diese Bestie in meinen Träumen erscheint und ich will ihr wirklich niemals gegenüber stehen müssen. Was genau diese Träume allerdings zu bedeuten haben, ist mir genauso schleierhaft, wie die Tatsache dass er mir ausgerechnet eine Raubkatze als Bewacher zugeteilt hat. Es wird sich in der Zukunft zeigen, was es mit ihr auf sich hat und ob dies jener Genickbruch ist vor dem ich solche Angst habe. Ich möchte Vittorio nicht noch einmal alleine zurücklassen und wenn ich an Dheath denke, weis ich ganz genau was ich zutun habe. Ich werde mir keine Fehler erlauben und der Schüler sein den mein Meister immer in mir gesehen hat.

 

 

`°Du rennst, `n obwohl du müde bist. `n Du schweigst, `n wenn dir nach reden ist. `n Du kriechst, `n auch wenn du aufrecht gehst. `n Du bist am Boden, `n wenn du vor mir stehst. `n `n Du lachst, `n wenn dir zum heulen ist. `n Du weinst, nur wenn du glücklich bist. `n Du schreist, wenn du deine Ruhe brauchst, `n wenn du wieder mal im Meer voller Selbstmitleid tauchst. `n `n Du quälst, `n damit du keine schmerzen hast. `n Du schießt, `n damit dir keiner eine Kugel verpasst. `n Bist hart, `n damit dich keiner schlägt, `n damit dir keiner irgendwann `n deinen Ast absägt.

`°Du bist mein anderes Ich, `n du bist mein zweites Gesicht. `n Du bist mein größtes Problem, `n du bist Schizophren, du! `n Du bist Schizophren, du! `n Du bist Schizophren, `n du bist krank im Kopf `n und ich kann es sehn'! `n `n Du lügst, `n wenn du die Wahrheit suchst. `n Du lebst, `n obwohl du diese Welt verfluchst. `n Machst auf stark, `n wann immer du schwach bist, `n zeigst die Zähne, `n damit dich keiner auffrisst. `n `n Du kämpfst, `n weil du den Frieden liebst. `n Nimmst alles, `n obwohl du auch immer alles gibst. `n Du hasst, `n obwohl du dich nach Liebe sehnst. `n Spielst Gott, `n wenn du im Recht dich wähnst.

 

`n`n `°Name: Farfarello `n Spitzname: Farfie`n Herkunft: Degolburg `n Alter: unbekannt `n Geburtstag: 10.05. `n Geschwister: Umnachteter Raphaello `n `n Rasse: Vampir (ist klar oder? ;) `n Größe: 1,75m `n Haarfarbe: schwarz, mit roten Strähnen `n Augenfarbe: ozeanblau `n Besonderheiten: Zeichnung unterhalb des rechten Auges `n `n `n

`°Charakter: unverbesserlich, neugierig, makaber `n Hobby: mit Vittorio Blödsinn anstellen `n Mag: Blut, Schmerzen `n Hasst: alles was mit der Kirche zu tun hat`n Macken: spricht gerne mit leblosen Gegenständen`n (bevorzugt Schädel XD) `n `n Fähigkeiten: Nekromantie, weiteres unbekannt `n Schwächen: Sonnenlicht, Blut`n Stärken: Gedankenbarriere, weiteres unbekannt `n wichtige Freunde: Vittorio `n tierische Begleiter: Püppie, Schuldig, Unschuldig

`n

 

`°Text folgt noch

 

 

`°Mein Name ist Schuldig und ich begleite den Vampir schon einige Jahre, nachdem wir uns in Degolburg kennengelernt haben. Ihr seht überrascht aus. Ja, ich kann eure Sprache sprechen und das am liebsten auch den lieben langen Tag, von früh bis spät – na gut meistens nur spät, denn tagsüber schlafe ich. Ich habe mich an den Rhythmus des Vampirs angepasst und das obwohl ich doch sowieso die ganze Zeit von ihm herumgetragen werde und fast nie selbst laufen muss. Aber wisst Ihr, das Geplapper – Malte nennt es ab und an mal so, wenn ich wieder mal nicht still sein kann, ist durchaus anstrengend und irgendwann braucht sogar ein Frettchen wie ich es bin eine Pause. Eigentlich würde ich ja noch bei meiner Freundin sitzen, doch nachdem sich Malte das Leben genommen hatte und von seinem Meister zurück ins Leben gerufen wurde, musste ich unbedingt wieder bei ihm sein. Ich kann ihn einfach nicht traurig sehen, auch wenn er die meiste Zeit sowieso einen recht traurigen Eindruck erweckt – aber das täuscht! Er mag zwar recht gefühlslos aussehen, aber das ist alles nur eine Fassade, um sich vor weiterem Kummer zu schützen. Ja, ich habe miterlebt wie schlecht es ihm ging, doch konnte ich nichts dagegen unternehmen. Mal ehrlich, wer legt sich bitte mit einer Vampiress an, wenn er so klein ist wie ich? Aber jetzt ist alles wieder gut, denn Malte hat die letzten Monate vollkommen vergessen und ich wäre der Letzte, der ihm alles wieder unter die Nase reiben würde. Ich kann nämlich auch still sein, wenn es denn unbedingt sein muss – jawohl. Nun bin ich mit ihm auf der Suche nach Vittorio und diese führte uns nach Saint Omar, wo der Wirrkopf heute leben soll. Auch ihn habe ich damals schon kennengelernt und wir drei hatten immer viel Spaß zusammen – vor allem als Malte dieses Trübsal blasende Gesicht abgelegt hatte. Nun ja, nicht im wahrsten Sinne des Wortes, aber so ähnlich. Denn in ihm schlummert jemand, der das komplette Gegenteil von ihm ist. Er ist witzig, geht auch mal auf Andere zu und lässt sich von niemandem etwas vorschreiben. Und doch sollte man ihn dann mit Vorsicht genießen, da er durchaus auch mal beißt und seine Krallen – nein Messer – ausfährt. Aber keine Angst, sein Meister hat ihm verboten, sich wieder so gehen zu lassen und so schnell wird sich Malte ihm auch nicht widersetzen. Deswegen trägt er ja auch das Schmuckstück um seinen Hals, das das innere Tier besänftigen soll – es mag nämlich Gott nicht.

`°Mein Name ist Unschuldig und ich bin wie Schuldig ein sprechendes Frettchen. Ich habe ihn damals durch eine Vampiress kennengelernt, die mich bei sich aufgenommen hatte. Und ich war sofort hin und weg von diesem eigenwilligen Kerl. Eigentlich kann er einen manchmal ganz schön in den Wahnsinn treiben, aber können das nicht alle Männer ganz gut? Durch Schuldig habe ich dann auch Malte getroffen und ihn sofort in mein Herz geschlossen – obwohl er damals nicht ganz beisammen war. Ja, ich habe ihn zu einem Zeitpunkt kennengelernt, als sich sein Verstand etwas selbstständig gemacht hatte und dem Wahn platz machte – eine sehr traurige Geschichte, obwohl er am Anfang sehr glücklich schien. Er kam mit der Vampiress zusammen, die mich damals ja bei sich aufgenommen hatte und sie verbrachten viele glückliche Jahre miteinander, bis sie sich immer mehr von einander entfernten – im Bildlichen Sinne versteht sich. Tja und dann kam der Tag, an dem Malte für sich selbst einen Schlussstrich zog. Von da an ging so einiges den Bach runter und nachdem Schuldig erfahren hatte, dass Malte durch seinen Meister ins Leben zurück gerufen wurde, machte er sich natürlich gleich auf den Weg zu ihm. So verlor ich jeglichen Kontakt zu Schuldig, da ich die Vampiress unmöglich alleine lassen konnte, nachdem was sie für mich getan hatte. Und doch hielt ich es eines Tages nicht mehr aus und lief ebenfalls davon – meinem Schuldig hinterher, ohne zu wissen, wo er eigentlich ist und wo ich ihn finden sollte. Mein Ausflug endete allerdings ungeplant in einer Jägerfalle und beinahe hätte ich jegliche Hoffnung verloren, hätte nicht ein Vampir mich gefunden und gesund gepflegt – Andrej. Ihm habe ich es auch zu verdanken, dass ich heute wieder bei meinem Schuldig sein kann und ich hoffe sehr, dass wir so schnell nicht mehr getrennt werden. Inzwischen verstehe ich mich sehr gut mit Andrej, sowie dessen Freund Raphaello, der der Bruder von Malte ist. Und jeden Tag scheint es mir so, als könnte ich neue Freunde finden – Freunde, die wirklich welche sind und einen nicht im Stich lassen. Sogar einen Vampirkönig habe ich getroffen, naja so halb jedenfalls… okay, ich hab ihn nur aus einiger Entfernung gesehen, weil ich mich nicht aus meinem Versteck getraut habe. Aber ich werde ganz bestimmt noch den Mut aufbringen und mich ebenfalls mit ihm anfreunden – wenn sogar mein geliebter Schuldig so etwas Zustande bringt.

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